Machen wir uns nichts vor, liebe Tierhalter – Hitzewellen sind im Sommer ebensowenig ein überraschendes Naturphänomen wie Laub auf Schienen im Herbst es für die Deutsche Bahn sein sollte. Und das wird auch nicht besser werden, Stichwort Klimakatastrophe. Aber: Man weiß es dank Meterologen schon 10 Tage vorher etwa.

Als ich mich im Sommer 2019 mit dem Gedanken trug, zu züchten, war ich bereits in einer entsprechenden WhatsappGruppe von Züchtern. Und in diesem heißen Sommer 2019 gingen da die Todesfallmeldungen herum. Es folgten Beileidsbekundigungen. Ich fragte mich damals schon – und tue es nun 2026 erneut – haben die Halter denn bitte etwas daraus gelernt?? Ich für meinen Teil wusste damals sofort – und da hatte ich ja noch gar kein Tier – dass ich nicht 40 oder mehr Zuchttiere im Notfall in den Keller würde umsiedeln können. Das gibt der platzmäßig einfach nicht her. Andere konnten es offensichtlich auch nicht.

Ich jammer hier auf hohem Niveau: Wir wohnen hier auf Höhenlage von 300m und mit dem Mikroklima direkt benachbarten Waldes haben wir es hier immer um die 5 Grad kühler, als unten an der Rheinschiene. Und trotzdem war für mich damals schon direkt klar: Das reicht nicht. Auch hier kann es 35 Grad bekommen und ab 25 Grad spricht man schon von Überhitzungsgefahr für Meerschweinchen.

Natürlich haben die Züchter:innen mit den aktuellen Todesfällen alles gemacht, was akut in ihrer Hand lag: Ventilatoren aufgestellt, Boden gewässert, kalte Fliesen hingelegt, Kühlpads in Handtücher gewickelt, Rasensprenger angeschaltet, Fußbadewannen reingestellt. Und trotzdem: Es reichte nicht.

Hatte ich Todesfälle durch Hitze? Nein, noch nie. Ich hatte damals 2019 einfach durch die Schilderungen der anderen gelernt, dass es andere bauliche Gegebenheiten braucht – und Technik. Meine Damen und Jungtiere (auch die Zuchtböcke kann ich notfalls dorthin umsetzen) sind in einem Raum mit Klimaanlage untergebracht. Kein Scherz, eine echte Klimaanlage, die auf die Größe des Raumes auch angepasst ist. Mit Wanddurchbruch für die Abwärme. Und ja, die packt auch 35 Grad runterzukriegen in unkritische Bereiche.

Ebenso wie Krankenhäuser, Seniorenheime, Kitas, ja, jeder Arbeitgeber sich klar machen muss, dass „feuchte Tücher“ im Ernstfall eben nicht ausreichen, muss das auch jeder Tierhalter. Und Züchter sowieso. Hohe Temperaturen sind unvermeidlich. Man muss darauf vorbereitet sein.


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